Das Vermächtnis des Gletschers – Flachmoor Pradegoz
11. Juni 2018
Juwel Frascht’ner Ried – erster Vielfaltertag
2. Juli 2018

Juwel Frascht’ner Ried

Das Frastanzer Ried ist  mit rund 50 ha Streuwiesen und einem Auwaldfragment an der Ill das größte Feuchtgebiet im Walgau. Es weist eine Vielzahl gefährdeter Pflanzengesellschaften auf und dementsprechend vielfältig ist die Tier- und Pflanzenwelt.

Der pensionierte Apotheker Günter Stadler, Initiator der Naturmonographien Frastanzer Ried und Natur im Schatten, Gründer der Aktion Heugabel und der Walgau Wiesen Wunder Welt führte bei bestem Exkursionswetter durch sein Ried. 40 Interessierte folgten dem passionierten Naturliebhaber und lauschten seinen Ausführungen.

Auf der Wanderung durften natürlich Hinweise zu den heimischen Heilpflanzen nicht fehlen: Wir fanden Baldrian  welcher hilft durchzuschlafen, den reich an Mineralstoffen und deshalb Nierentätigkeit anregenden echten Schachtelhalm, außerdem stoppten wir beim Weißdorn, der das Herz bei Belastungsdruck entlasten soll, Spitz- und Breitwegeriche, die beide Anwendung bei Insektenstichen finden. Der Storchenschnabel kann im Tee zusammen mit Frauenmantel bei unerfüllten Kinderwunsch helfen. Augentrost für entzündete Augen und die Wurzel der Blutwurz gegen Durchfall, um nur einige zu nennen.

Highlights waren erwartungsgemäß die geschützten Orchideen, wie das kleine Knabenkraut, SumpfStendelwurz oder auch die nach Schokolade duftende Mückenhändelwurz. Ein Meer an Sumpfgladiolen, die als stark gefährdet gelistet ist, färbte Teile des Rieds rötlich.

In den künstlich angelegten Tümpeln tummelten sich auf den Teichlinsen kleine Grasfrösche und jede Menge Insekten.

Abschließend lud Günter Stadler noch zu einer kurzen Meditation ein. Es galt die wunderbare Natur in ihrer Gesamtheit wahrzunehmen.

Die Bewahrung und Weiterentwicklung dieses kostbaren Juwels als Brücke zwischen Frastanz und Feldkirch wird berührte, bewegte, besorgte Menschen brauchen. Menschen, die sich engagieren. Als Fotografen, Naturwächter, Heugabelaktive, als verantwortliche Politiker, aufmerksame Wanderer, bei der Flurreinigung, als Amphibienbetreuer, Vogelbeobachter, Forscher. Wo auch immer, jeder ist angesprochen, alle sind eingeladen. Günter Stadler, 2003