Aussehen:

    Der Duftlauch (Allium suaveolens) ist jene Art die in den Riedern von Rheintal und Walgau am spätesten zu blühen beginnt. Frühestens ab Mitte August entfaltet er seine zahlreichen hellrosa-farbenen, süß duftenden Blüten, die – jede auf einem langen Stiel sitzend – einen beinahe kugel-runden Blütenstand bilden. Die übrige Zeit des Jahres ist die Art mit ihren sehr schmalen, einer unter-irdischen Zwiebel entspringenden Blättern im dichten Gewirr der Streuewiesen kaum zu finden.

    Der Duftlauch besitzt ein verhältnismäßig kleines Gesamtareal, das sich ausgehend vom südöstlichen Mittelmeerraum (ehemaliges Jugoslawien, Albanien, Italien) über das westliche Osteuropa (Ungarn, Slowakei) und von hier aus nördlich der Alpen in einem relativ schmalen Streifen nach Westen bis in die Schweiz und nach Frankreich erstreckt. Die Alpen werden von der wärmeliebenden Art strikt ge-mieden, mit einer einzigen Ausnahme die noch zu besprechen sein wird. Dieses doch recht spezifische Verbreitungsmuster lässt sich am besten m
    it einer am Ende der letzten Eiszeit einsetzenden Areal¬erweiterung erklären. Dies ist so zu verstehen, daß der Duftlauch ausgehend von seinen eisfreien und klimatisch zusagenden Refugial¬gebieten in Südosteuropa im Laufe der letzten 10 bis 15.000 Jahren in einem weiten Bogen in die Gebiete nördlich der Alpen ausbreiten konnte. Die zahlreichen, teils flächigen Ver¬moorungen die nacheiszeitlich im Alpen¬vorland und den nördlich angrenzenden Gebieten ent¬standen sind, boten der Art sowohl geeignete Lebensräume als auch Trittsteine und Ausbreitungs-Korridor auf ihrem Weg gen Westen.

    Eine recht interessante Rolle spielt in diesem Zusammenhang auch der Rhein. Entlang diesem vermochte der Duftlauch sowohl sehr weit nach Norden, als auch ein kleines Stück nach Süden vor-zudringen und somit in die Alpen hinein, wobei es ihm ausgehend vom Alpenrheintal letztlich sogar noch möglich war den westlichsten Walgau zu besiedeln. Hier findet er sich in den Riedern des Talbodens (z.B. Frastanzer Ried, Schildried, Mottner Ried) und der unmittelbar angrenzenden Hangzonen (Maria Grüner Ried) in teils sehr große und ansehnliche Populationen, die vor allem an der Sonnseite weit in die Hanglagen hinein ausstrahlen können, auch wenn es sich dann nur mehr um punktuelle Vorkommen handelt. Auf der Schattseite finden sich die höchsten Vorkommen auf rund 750 Metern Seehöhe (Frastanz/Nenzing-Halden), an der Sonnseite steigt die Art dagegen fast auf 1000 Meter (Satteinser Berg-Übersaxen). Es handelt sich hierbei wohl um die höchstgelegenen Vorkommen Mitteleuropas.

    Die massiven Lebensraumverluste der letzten 50 Jahre führten dazu, daß der von Natur aus eher seltene Duftlauch inzwischen zu den stark gefährdeten, lokal sogar vom Aussterben bedrohten Pflanzenarten gehört. Abseits der nicht unbedeutenden Vorkommen und absolut schützenswerten Vor¬kommen in Vorarlberg findet sich die Art in Österreich noch in Niederösterreich, Wien und dem Burgen¬¬land.

    Lebensraum: Rieder und Moore des Talbodens und der Hanglagen des westlichen Walgaus, konkret in Pfeifengraswiesen und Kleinseggenriedern. Der Verbreitungsschwerpunkt liegt allerdings ganz eindeutig im Talboden, in den Hanglagen tritt der Duftlauch nur mehr punktuell und sehr kleinen Populationen auf. Schattseitig liegt die Obergrenze bei rund 750, sonnseitig bei rund 1000 Metern Seehöhe.

    Blütezeit: Mitte August bis September