Aussehen:

    Die Rosa Kugelorchis (Traunsteinera globosa) ist eine typische Gebirgs-Orchidee die frische bis feuchte und ungedüngte Bergwiesen, „Urwiesen“ und subalpin/alpinen Rasen besiedelt. Zu den Ur-wiesen gilt zu sagen, daß es sich bei diesen um häufig staudenreiche Grasfluren handelt, die besonders steile, rutschungsgefährdete Hangpartien und Lawinenzüge in der Bergwaldzone besiedeln und ohne menschliches Zutun entstanden sind (ehemals wurden sie aber durchaus zur Gewinnung von Wildheu gemäht oder mit geländegängigem Kleinvieh wie Ziegen und Schafen beweidet).

    Die nirgendwo häufige und vielfach nur in vereinzelten Exemplaren auftretende Kugelorchis ist an sich unverwechselbar und zeichnet sich durch einen annähernd kugelförmigen Blütenstand mit rosa gefärbten Blüten aus. Ansonsten zeigt sie einen auffallend schlanken und hohen Wuchs. Was die Blütenbesucher bzw. Bestäuber betrifft, hat sie im Gegensatz zu vielen anderen Orchideen keine spezielle Vorlieben, sondern lockt mit ihren Blüten und einem entsprechenden Duft unter anderem Schwebfliegen, Schmetterlinge, Hummeln und Bienen an. Ihre Suche nach dem erwarteten Nektar ist allerdings vergeblich, denn es handelt sich bei der Kugelorchis um eine sogenannte Nektar-täuschblume die mehr verspricht als sie letztlich hält. Das verstreute Auftreten und der Umstand, daß sie verschiedenste Insekten anlockt scheint dieser Strategie Erfolg zu bescheren, denn an sich merken sich die Blütenbesucher recht schnell wo es etwas zu holen gibt und wo nicht.

    Der Gattungsname „Traunsteinera“ nimmt Bezug auf den Kitzbüheler Apotheker Joseph Traun¬steiner (1798-1850), welcher sich im 19. Jahrhundert in der Erforschung der Pflanzenwelt Nordost-Tirols sehr verdient machte. Von der Gattung existieren übrigens nur zwei Arten weltweit, nämlich die heimische Rosa Kugelorchis die ihren Verbreitungsschwerpunkt in den Alpen hat, aber auch in den übrigen (Mittel)gebirgen Europas zu finden ist und die Gelbe Kugelorchis (Traunsteinera sphaerica) im Kaukasus und Pontusgebirge (Türkei). Der Hauptunterschied liegt in der Blütenfarbe, ansonsten sind sich die beiden Arten sehr ähnlich.

    Lebensraum: Frische bis feuchte, ungedüngte Bergwiesen und subalpin/alpine Rasen; im Walgau vor allem in den Trespen- bzw. Goldhaferwiesen der höheren Lagen, sowie in den oberhalb daran an-schließenden Rostseggen-Rasen. Was ihre Höhenverbreitung betrifft ist ein Vorkommen der Kugelorchis im Talboden und den unteren Hanglagen der Sonnseite nicht zu erwarten. Auf der Schatt-seite existieren dagegen historische Angaben auch aus den talbodennahen Hanglagen, wo sie aufgrund der Intensivierung der Wiesen gegenwärtig aber wohl verschwunden sein dürfte. Ganz allgemein kann eine Untergrenze von etwa 700 Meter Seehöhe angenommen werden, von wo aus sie bis über 2000 Meter steigen kann.

    Blütezeit: Juni bis Juli, (August)