Bärenstarke Aufforstaktion der 1b der NMS Frastanz

Biotopexkursionen 2021
21. April 2021

Bärenstarke Aufforstaktion der 1b der NMS Frastanz

Trotz unbeständigem Wetter und umständlicher Corona Bestimmungen ließen sich 24 Kinder der 1b am 29. und 30. April nicht unterkriegen und pflanzten aus Eigeninitiative insgesamt 100 klimafitte Baumarten linksseitig des Friedensweges in Frastanz. Damit leisten sie nicht nur einen wichtigen Beitrag zur Waldverjüngung und den Erhalt der Biodiversität, sondern auch für den Klimaschutz und die Klimawandelanpassung.

Intakte Wälder werden nämlich immer wichtiger. Daher informierte zu Beginn die KLAR!* Managerin Marina Fischer über die Funktionen und Leistungen, die die Wälder erbringen, die Bedeutung und Wichtigkeit einer nachhaltigen Bewirtschaftung (u.a. Aufforstung) und über klimafitte Baumarten. Weiter ging es mit einer Einführung von Waldaufseher Matthias Fußenegger über die zu pflanzenden Baumarten und worauf besonders zu achten ist. Die Schülerinnen und Schüler waren voller Motivation dabei und im Nu haben alle Bäumchen ihren neuen Platz gefunden.

Vorarlberg besteht zu rund einem Drittel aus Wald. Dabei bieten sie nicht nur wertvollen Lebensraum für Tiere, Pflanzen und Pilze, sondern die Hälfte davon dient auch als Schutzwald. Ohne diese Wälder wären große Teile der Siedlungen und Verkehrswege in Vorarlberg den Gefahren von Lawinen und Muren ausgesetzt. Darüber hinaus halten sie Niederschläge zurück und filtern und speichern das Wasser im Boden. So tragen sie zum Hochwasserschutz und zur Bildung von sauberem Grundwasser bei. Eine weitere essenzielle Funktion ist die Speicherung und Umwandlung von Kohlenstoffdioxid in Sauerstoff. Durch die Verbesserung der Luftqualität, als Lärmschutz und die kühlende Funktion der Baumkronen fördern sie überdies unser Wohlbefinden.

In den letzten Jahren gerieten die Wälder durch Klimawandel verursachte Veränderungen immer mehr unter Druck. Seien es lange Dürreperioden, vermehrter Schädlingsbefall, starke Stürme oder enorme Schneelasten. Aus diesem Grund gewinnen Waldpflege und Aufforstungen zunehmend an Bedeutung. Mithilfe von standortangepassten und klimafitten Baumarten wird versucht, auch langfristig ein vitaler Wald zu erhalten. Bei der Aufforstaktion wurde daher auf eine Mischung aus Laub- (Rotbuche, Stieleiche, Bergahorn, Walnuss) und Nadelhölzern (Weißtanne, Lärche) gesetzt. Die vielerorts dominierende Fichte wurde gezielt nicht gepflanzt, da ihr als Baumart der höheren Lagen die steigenden Temperaturen immer mehr zu schaffen machen.

Organisiert wurde die Aufforstaktion von der Klimawandelanpassungs-Modellregion (kurz KLAR!) Im Walgau zusammen mit der Gemeinderätin Gerlinde Wiederin, dem Waldaufseher Matthias Fußenegger und dem Waldbesitzer Armin Keckeis.

*KLAR! = Klimawandelanpassungs-Modellregion